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Das war die CES 2013: Android, GoogleTV, Prozessoren und Kickstarter-Projekte

CES 2013

Die CES 2013 war sicherlich eine interessante Veranstaltung mit vielen Neuigkeiten. An dieser Stelle möchten wir die interessanten Neuvorstellungen kurz zusammenstellen.

Android

Für Android dürfte auch in diesem Jahr der Mobile World Congress wieder die wichtigste Veranstaltung sein. Mit Huawei, ZTE und Sony haben aber drei Anbieter bereits auf der CES ihre ersten Top-Produkte für das Jahr 2013 vorgestellt.

Huawei hat gleich zwei interessante Android-Geräte vorgestellt: Huawei Ascend D2 und Ascend Mate. Hier mussten wir aber gleich einen Tag später eine Enttäuschung hinnehmen. Vor Juni dürfen wir diese Geräte nicht auf dem deutschem Markt erwarten. Damit scheint sich das letztjährige Problem zu wiederholen. Huawei stellt interessante Highend-Geräte vor, die bei Veröffentlichung durch neue Konkurrenzgeräte viel von ihrem Reiz verlorem haben. Ganz für den Highend-Bereich wird es auch nicht reichen, denn Huwei wird hier noch den ARM A9-basierenden K3V2 verbauen.

Mit ZTE hat ein weiterer chinesischer Hersteller sein kommendes Top-Smartphone vorgestellt – das ZTE Grand S. Auch hier verwendet man ein 5 Zoll großes 1080p-Display. Zur Europaplänen ist aktuell noch nichts bekannt.

Die aus deutscher Sicht sicherlich interessanteste Vorstellung kommt von Sony. Das Sony Xperia Z wird schon bald in Deutschland verfügbar sein. Amazon nimmt bereits Vorbestellungen entgegen. Mit einem Auslieferungsstart darf man wohl spätestens im März rechnen. Auf technischer Seite hat das Xperia Z eigentlich alles zu bieten, was wir von einem Highend-Smartphone erwarten. Dazu gehören ein 5 Zoll 1080p-Display, 1,5 GHz Qualcomm Snapdragon S4 Pro Quad-Core-Prozessor sowie 2 GB RAM. Die Kamera dürfte mit ihren 13 Megapixeln ebenfalls ganz brauchbare Ergebnisse bringen. Sony gönnt dem Gerät zwar erst einmal nur 16 GB internen Speicher – dafür gibt es allerdings diesmal einen microSD-Kartenslot. Als besonderes Merkmal unterstützt das Xperia Z außerdem die Standards IP 55 sowie IP57 für entsprechenden Wasser- bzw. Staubschutz.

Tablets? Hier tat sich leider nichts bemerkenswertes. Gehofft hatte ich zumindest auf die Vorstellung des Samsung Galaxy Note 7. Am Ende gibt es hier nur das Acer Iconia B1-A71 zu nennen. Das 7 Zoll Android Billig-Tablet soll nur 119 Euro kosten. Dafür wurde dann aber auch entsprechend an den Komponenten gespart. Ich würde jetzt sicherlich nicht behaupten, dass es sein Geld nicht Wert sei. Den meisten dann aber doch empfehlen sich die 199 Euro für ein Nexus 7 zu sparen.

Kaum eine Vorstellung konnte mich von der diesjährigen CES so begeistern wie das Project Shield von Nvidia. Eine mobile Android-Spielekonsole mit wirklich brauchbarem Controller? Einfaches Streaming auf den Fernsehr und Verbindung zu Steam auf meinem PC? Mein alter PC kann leider nicht mit der wohl notwendigen GeForce GTX 650 GPU aufwarten. Ansonsten würde ich beim richtigem Preis sicherlich zuschlagen. Allerdings steht der Kauf eins neuen PCs durchaus auf meiner TODO-Liste … Sollte es am Ende nicht für Project Shield reichen, so werde ich mir sicherlich eine der kommenden “Steamboxen” zulegen.

Google TV

Es gab auf der CES durchaus auch einige Neuigkeiten zu Google TV. Diese vielen allerdings nicht so wirklich spektakulär aus. LG hat zum Beispiel neue Fernseher mit Google TV vorgestellt. Die meiste Aufmerksamkeit erhielt hier wohl der Asus Qube. Der scheint ganz nett zu sein, aber genaus zweifelhaft erscheint, dass er Google TV zum großem Durchbruch verhelfen wird.

Prozessoren

Die Abkürzung CES steht für Consumer Electronics Show. Von diesem Namen könnte man nun erwarten, dass es nur fertige Endprodukte zu bestaunen gibt. Viele Hersteller zeigen aber auch ihre neuen Komponenten. So scheint es sich mittlerweile kein Prozessorhersteller nehmen zu lassen, auch auf der CES präsent zu sein: Nvidia, Qualcomm, Intel, Samsung und selbst Huawei. Alle haben auf der CES neue Prozessor angekündigt.

Den Anfang hat dieses Jahr Nvidia mit dem Tegra 4 gemacht. Vier ARM A15-Kerne plus Companion Core sowie 72 GPUs sprechen für einen weiteren Performance-Sprung. Unklar ist derzeit aber, inwieweit man sich damit an die Spitze wird setzen können. Erste Benchmarks lassen daran zweifeln.

Qualcomm hat seine neue Prozessor-Serie vorgestellt: Snapdragon 200, 400, 600 sowie 800. Das 800 wird dabei das neue Spitzenmodell. Hier kommt die Krait 400 CPU mit einer Taktung von bis 2,3 GHz sowie eine Adreno 330 GPU zum Einsatz. Erste Geräte mit dem 800 dürfen wir allerdings erst gegen Mitte des Jahres erwarten. Etwas früher wird der Snapdragon 600 seinen Markteintritt erleben.

Samsung nutzte seine Keynote für Vorstellung des Exynos 5 Octa. Dieser Prozessor nutzt die ARM big.LITTLE Prozessor-Architektur. Die acht Prozessoren teilen sich in zwei Cluster mit jede 4 Prozessorkernen auf. Ein Cluster nutzt ARM Cortex-A15-Kerne für maximale Performance. Der zweite Cluster verwendet lediglich Cortex-A7-Kerne und soll energiesparender arbeiten. Von diesem Prozessor sollen die weniger komplexen Aufgaben erledigt werden. Der Samsung Exynos 5 Octa ist sicherlich ein sehr heißer Kandidat für eine Verwendung im Samsung Galaxy S4 sowie Samsung Galaxy Note 3.

Auch Intel nutzte die CES für eine große Vorstellungsrunde. Auch 2013 wird man versuchen im Markt für mobile Prozessoren in Smartphones und Tablets richtig Fuß zu faßen. Mit dem Motorola Razr i war letztes Jahr dann doch noch ein erster Achtungserfolg gelungen. Vergestellt wurden der Atom Z2420 “Lexington” sowie der Atom Z2760 “Bay Trail”. Der Lexington ist eher für günstige Smartphones in aufstrebenen Märkten gedacht. Der Bay Trail ist ein Quad-Core-Prozessor und soll auch in Highend Android-Tablets zum Einsatz kommen. Er wird bereits mit der 22 nm Fertigungstechnik produziert werden. In beiden Fällen werden wir die Prozessoren allerdings erst im späterem Jahresverlauf auf dem Markt erleben.

Huawei hat 2012 einen ersten eigenen Prozessor präsentiert – den HiSilicon K3V2. Dieser wird auch noch im Huawei Ascend D2 zum Einsatz kommen. Ein Huawei-Manager hat die CES aber bereits genutzt um gegenüber Engadget den HiSilicon K3V3 anzukündigen. Der Quad-Core-Prozessor werde im zweitem Halbjahr veröffentlicht werden. Während der K3V2 noch auf Cortex-A9 basiere, wird es beim Nachfolger dann auch A15 sein.

Kickstarter

Die CES hatte auch jenseits von Android viel zu bieten. So machten viele Kickstarter-Projekte die Runde. So waren die Macher der Pebble Smartwatch sowie weitere Kickstarter Uhrenprojekte vor Ort. Sehr gute Kritiken hat auch Oculus Rift erhalten. Dabei handelt es sich um ein Virtual Reality Headset – hier im TheVerge-Video zu bestaunen. Nicht nur die Finanzierung von solchen Hardware-Produten wird durch Kickstarter einfacher, sondern auch die Möglichkeiten der Produktion und Entwicklung sind heute kostengünstiger möglich. Das dürfte in den nächsten Jahren ein noch größerer Trend werden.

Fazit

Aus Android-Sicht ist die CES sicherlich ein wichtiges Ereignis. Aber wahrscheinlich wird es auch dieses Jahr im Mobile World Congress sowie Google I/O zwei wichtigere Ereignisse geben. So muss man am Ende mit der Anzahl an Neuvorstellungen durchaus zufrieden sein. Ziemlich unspannend finde ich aktuell die Fernsehvorstellungen. 4K? Wird in den nächsten Jahren sicherlich noch kein Platz in meinem Leben finden. Google TV? Man hofft auf den großen Durchbruch, aber den Produkten fehlt dann doch noch irgendwie das gewisse “Extra”.

Über Jojo

Kopf hinter Androider. Blogger seit 2005. Seit über 10 Jahren PHP-Frickler aus Überzeugung. Werder Bremen-Fan und Golf-Newbie.
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