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Google Play Store gibt E-Mail-Adressen an Entwickler weiter

Google Play Store LogoAusgehend vom Entwickler Dan Nolan macht aktuell die Information die Runde, das Entwickler von Google persönliche Informationen über die Käufer ihrer Apps erhalten. Ein besonderer Aufreger dabei ist, dass neben dem Namen und der Wohngegend (vermutlich Stadt) auch die E-Mail-Adresse mitgeteilt wird.

Das ist seitens Google wohl nichts neues, sondern man handhabt Käufe wohl schon immer so. Wozu aber sollten Entwickler diese Daten brauchen? Der größte Aufreger ist aber sicherlich, dass mehr oder weniger niemandem diese Handlungsweise bekannt ist. Google hat sicherlich nicht versucht daraus ein großes Geheimnis zu machen, aber man gibt sich auch keinerlei Mühe darüber zu informieren.

Die Entwickler\Verkäufer erhalten diese Informationen als Teil der Google Wallet-Transaktion. Dabei handelt es sich um das Google-eigene Bezahlsystem. Entsprechend sind auch nur Kauf-Apps betroffen. Bei In-App-Käufen darf man aber wohl das gleiche Verhalten vermuten. Insgesamt ist dies wohl einem entscheidendem Umstand geschuldet. Während Apple über iTunes selber als Verkäufer auftritt, erfolgt im Falle des Play Stores der Verkauf direkt vom Entwickler an den Nutzer. Google stellt dabei quasi nur das Abrechnungssystem in Form von Google Wallet zur Verfügung.

Soweit konnte ich auf den Hilfeseiten sowie den Google Play-Nutzungsbedingungen dazu auch keinen klaren Hinweis entdecken. Rechtlich hat Google sich durch sein Wust an Bestimmungen sicherlich entsprechend abgesichert. So findet sich in den Datenschutzbestimmungen für Google Wallet folgender Eintrag:

Wir geben Ihre persönlichen Informationen nur unter folgenden Bedingungen an andere Unternehmen oder externe Personen weiter:
Wenn dies im Rahmen der Google-Datenschutzerklärung zulässig ist
Falls dies zur Bearbeitung Ihrer Transaktion und zur Verwaltung Ihres Kontos erforderlich ist
Wenn dies für Ihre Registrierung bei einem Drittanbieterdienst erforderlich ist

Für wirklich erforderlich halte ich es allerdings nicht, dass dem Entwickler die persönlichen Daten mitgeteilt werden.

Als Play Store-Nutzer darf man wohl zu Recht vermuten, dass die persönlichen Daten nicht unnötig weitergegeben werden. Es gibt aus meiner Sicht überhaupt keinen Grund, warum die Entwickler diese unbedingt erhalten müssen. Schaut man sich die Datenschutzbestimmungen allerdings näher an, so zeigt sich, dass man in anderen Bereichen durchaus genauere Definitionen für die Weitergabe von Daten machen kann. So findet sich unter dem Punkt 10 “Magazines auf Google Play” folgendes:

Informationen, die Google an Herausgeber von Zeitschriften weitergibt: Wenn Sie ein Abonnement beliebiger Länge für eine Zeitschrift bei Google Play erwerben, wird Google Ihre Einwilligung einholen, um Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Anschrift und eine eindeutige Kennzeichnung an den Herausgeber der Zeitschrift weitergeben zu können. Google hat mit dem Herausgeber der Zeitschrift vereinbart, dass diese Informationen von ihm in Übereinstimmung mit dessen Datenschutzerklärung verwendet werden.

Nun habe ich bereits einige dutzend Android-Apps erstanden und kann bisher von keinem einzigem negativem Erlebnis berichten. Nach meinen Beurteilungsmöglichkeiten wurden meine Daten bisher nicht missbraucht. Den Entwicklern ist die Verwendung der Daten für zum Beispiel Marketingaktivitäten auch klar verboten.

Über Jojo

Kopf hinter Androider. Blogger seit 2005. Seit über 10 Jahren PHP-Frickler aus Überzeugung. Werder Bremen-Fan und Golf-Newbie.
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