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Haben Apps eine Zukunft?

Wired and Android and me befassen sich aktuell mit einem spannendem Thema: Haben Apps eine Zukunft?

Derzeit und in den kommenden Monaten werden Apps für die verschiedenen Plattformen Erfolgsstorys schreiben. Für diese Erkenntnis muss man kein großer Hellseher sein. Wenn es um die Frage geht, ob Apps überhaupt eine Zukunft haben, muss man schon mindestens in das Jahr 2011 vorausschauen. Es gibt viele gute Gründe aus denen Apps auch in Zukunft ihren Anteil haben werden. Genauso gibt es allerdings auch viele Bereiche in denen es eigentlich gar keine Apps braucht. Die gebotenen Funktionen kann man genausogut über einen Browser lösen. Bestes Beispiel dafür ist Googlemail. Googlemail hat gezeigt, dass es für eine erstklassige E-Mail-Anwendung keine Software braucht, sondern dass sich das auch im Browser realisieren lässt. In bestimmten Punkten bringt die Lösung sogar Vorteile mit sich. Die Nachteile sind gering. Mit einer App kann ich zum Beispiel auch ohne Empfang eine E-Mail schreiben, die dann verschickt wird, sobald ich wieder Empfang habe.

Wenn man sich nun also Gedanken über die Zukunft macht, dann stellt sich als erstes die Frage welche Gründe für Lösungen über das Web bzw. Browser sprechen. Hier kommt dann das große Thema Cross-Plattform-Kompatibilität in den Fokus. Das ist wirklich der absolut einzige aber enorm wichtige Punkt der gegen Apps und für das Web spricht. Heute müssen für iPhone, Android, Blackberry, Windows Mobile und Co jeweils eigene Applikationen geschrieben werden. Der Aufwand für eine Portierung mag nicht ganz so hoch wie der einer Neuentwicklung sein, aber er ist doch schon enorm. Grade auch wenn man sich die wachsende Anzahl der Plattformen anschaut. Hinzu kommen dann noch die verschiedenen Versionen. Man muss sich da nur Android von den Versionen 1.5 bis demnächst 2.1 anschauen. Zu den Plattformen kommen also auch noch X Versionen hinzu. Wenn man dies alles durch eine Browser-Version ersetzen könnte … Eine interessante Folge wäre, dass das Betriebssystem mit einem Schlag deutlich an Bedeutung verlieren würde. Heute ist für den Nutzer nicht nur die reine Qualität des Betriebssystems interessant, sondern auch wieviele Applikationen das Betriebssystem zu bieten hat. Der Punkt könnte dann deutlich an Bedeutung verlieren. (Ein Grund aus dem Palm in einer sehr schlechten Marktposition ist … zu kleine Nutzerbasis durch zu wenig Applikationen, dadurch nicht interessant für Neukunden und auch für Entwickler uninteressant … ein Teufelskreis. )

Es gibt natürlich auch viele Gründe die man für Apps anführen könnte. Der allererste und wichtigste Grund ist, das Applikationen auch ohne Internetverbindung genutzt werden können. Dass ist schon ein entscheidender Punkt und ich denke Apps werden uns daher auch auf absehbare Zeit erhalten bleiben. Ich glaube zwar, dass man theoretisch auch diese Probleme lösen könnte, aber man wird es wohl nicht tun. Nehmen wir als Beispiel eine Google Maps Navigations-App. Diese berechnet eine Route von A nach B. Um möglichst nicht auf eine Internetverbindung angewiesen zu sein wird die komplette Route zwischengespeichert. Aber eine solche Zwischenspeicherung könnte man sicherlich auch über den Browser lösen. Viele Argumente die heute vorgebracht werden, lassen sich meiner Meinung nach durchaus lösen. Dass is nur eine Frage der Zeit. Nehmen wir mal ein Beispiel: So können Applikationen angeblich am Besten die volle Hardware-Power eines Smartphones ausnutzen. Was die grafische Ausgabe angeht sehe ich da keine Gründe die gegen eine Darstellung über Browser, Flash oder was auch immer sprechen. Und was aufwendige Berechnungen angeht, so stellt sich die Frage ob diese überhaupt auf dem Handy ablaufen müssen. Die können genausogut auf einem Server ablaufen. Für solch eine Lösung kann man nun aber in der Tat auch wiederum Vor- und Nachteile anführen.

Interessant auch welche Positionen hier Google und Mozilla einnnehmen. Mozilla verspricht sich vom kommendem Mobile-Browser Fennec sehr viel und erwartet dass dieser sogar den App Stores ein Ende setzen kann. Eines der Zauberworte ist HTML5. Ich kenne Fennec noch nicht genau, aber die Möglichkeiten von HTML5 sind schon spannend. Während heutige Browser meist auf Flash zum Aspielen von Videos setzen, bringt HTML5 diese Funktion schon von Hause aus mit. Fennec soll sogar die Möglichkeit bieten Addons zu installieren. Schon seit dem HTC Hero gibt es Flash auf einem Android-Handy. Man mag nun darüber streiten ob man Flash möchte, aber Möglichkeiten gibt es viele ….

Die Interessen von Google sind ebenfalls klar. Man möchte sich im mobilem Internet breit machen. Aus diesem Grund heraus hat man auch Android überhaupt aus der Taufe gehoben. Vor Android hat Apple mit dem Iphone den Takt und Weg vorgegeben. Mit Android hat Google das Heft des Handelns selber in die Hand genommen und hat so deutlich mehr Möglichkeiten die weitere Entwicklung in die gewünschte Richtung zu beeinflußen. Interessanterweise möchte Google sogar, dass sich dass Web bzw. die Browser durchsetzen. Ein Hauptgrund hierfür dürfte sein, dass damit den Handyherstellern und Mobilfunkunternehmen viel Macht und Einflußmöglichkeit genommen werden. Der Nutzer kann im Browser quasi treiben was er will. Da wird es sogar schwierig mitzuverdienen. Google hingegen wird schon alleine als Suchmaschine eine Hauptdestination für die Nutzer sein.

Ich erwarte für die nähere Zukunft, dass sich Apps weiter sehr gut entwickeln werden. Im Laufe der Zeit werden sich die Browserlösungen dann langsam aus der Deckung hervorwagen und in vielen Bereichen immer stärker durchsetzen. Apps werden uns allerdings auch noch lange erhalten bleiben. Auf absehbare Zeit werden dann wohl erst einmal beide Lösungen nebeneinander existieren. Im Spielebereich sehe ich beide Lösungen als Erfolgsmodell. So möchte man sicherlich auf absehbare Zeit auch ohne Internetverbindung in der Lage sein ein Spiel zu spielen. Außerdem sind die App Stores eine sehr einfache Lösung Spiele kostenpflichtig anzubieten. Man muss mal abwarten wie sich Flash weiter auf mobilen Plattformen verbreitet, für Entwickler könnte dass ein spannendes Thema werden. Facebook und Mail-Apps halte ich hingegen für überflüssig. Apps die nur eine “Internetseite” für Handys aufhübschen, lassen sich auch für Browser entsprechend universell anpassen.

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