Ausgehend von cnet gibt es derzeit Gerüchte, ob Google nicht auf Spotify zurückgreifen könnte um Musikdienste anzubieten. Die Verhandlungen mit den Labels über Lizenzen sind bekanntlich derzeit ins Stocken geraten. Amazon ist einfach ohne entsprechende Cloud-Lizenzen vorgeprescht und Apple hat angeblich mit 2 Labels bereits Deals ausgehandelt und könnte schon bald mit einem Cloud-Streaming-Dienst an den Start gehen. Es dürfte Google also maßlos ärgern, dass man zwar im Grunde schnell starten könnte, bloß die Lizenzbedingungen nicht zur eigenen Zufriedenheit ausgehandelt bekommt. Und dass nachdem man nun schon über ein Jahr miteinander spricht.
Der teure Amazon-Weg
Der Amazon-Weg ist im übrigen nur bedingt spannend. Rechtlich vermutlich nicht angreifbar, dürfte er aber wohl bedeuten, dass man jedes hochgeladene Musikstück auch vorhalten muss – hinzu kommen entsprechende Sicherungskopien. Verkauft man hingegen Musik und bietet diese den Nutzern selber als Cloud-Streaming an, so muss man diesen Song nur einmal vorhalten. (Natürlich hat man ihn ggf. auf mehreren Servern und auch entsprechende Sicherungen.) Aber Amazon dürfte den Song für jeden Kunden vorhalten müssen und zudem braucht es auch hier jeweils Sicherungen. Verkauft sich ein Song 1 Millionen Mal fängt das an aufwendig zu werden. Amazon hat dann ein paar Millionen Kopien derselben Datei. Mit entsprechenden Lizenzen hat man hingegen vielleicht 100 Kopien.
Probleme für einen Google-Spotiy-Deal
Es ist allerdings zu vermuten, dass eine Zusammenarbeit mit Spotify für Google gar nicht so einfach ist. Im Prinzip müsste Google Spotify bei einer umfassenden Kooperation schon fast übernehmen, um sich nicht die “Butter vom Brot” nehmen zu lassen. Hier könnte dann aber das größte Problem liegen. In der Vergangenheit wurde bereits bekannt, dass die Plattenlabels mit den Musik-Startups spezielle Verträge geschlossen hatten. Im Falle einer Übernahme – zumindest wenn es durch einen großen erfolgt – können die bisherigen Lizenzkonditionen nicht einfach übernommen werden, sondern sind neu zu verhandeln. Man möchte also von Google, Apple, Amazon und Co. mehr Geld. Da wird eine Übernahme schnell nicht mehr lukrativ sein oder auch unberechenbar. Wie die Deals von Spotify in diesem Punkt aussehen, war bisher noch nicht zu hören, aber es gibt zumindest keinen Grund für Optimismus.
GEMA
Aus deutscher Sicht muss man wohl hoffen, dass es zu keinem entsprechendem Deal kommt. Wir haben da ja die GEMA die einem den Spaß an Musik verdirbt und heute schon fleissig YouTube von Musik tilgen lässt. Auch Spotify ist schon in vielen Ländern Europas aktiv, aber für Deutschland hat es wohl dank GEMA noch nicht gereicht. Da Google sich schon bei YouTube konsequent gegen die hohen Forderungen der GEMA sperrt, würde man es wohl auch bei einem Spotify nicht anders handhaben.
Und nu?
Spotify hat die Berichte über Verhandlungen mit Google zwischenzeitlich schon wieder dementiert. Ob man dass nun ernst nehmen muss, weis man natürlich auch nie so wirklich. Das gilt aber genauso für die Berichte über einen möglichen Deal. Am Ende wollte Google vielleicht auch nur Druck auf die Plattenlabels aufbauen, sich nun doch endlich Bitte zu bewegen.
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