Michael DeGusta hat eine Übersicht erstellt, die sich mit den Updates für Android und iPhone beschäftigt:

Die Grafik zeichnet nun Android in einem extrem negativem Licht und das iPhone extrem positiv. Was die Grafik allerdings zum Beispiel nicht aussagt – Apple gönnt den alten Geräten mit seinen Updates nicht unbedingt auch jedes neue Feature. Bestes Beispiel ist Siri, dass man selbst dem iPhone 4 vorenthält. Das soll aber natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Situation bei Android-Smartphones noch immer nicht optimal ist. Einige interessante Punkte dazu:
- Nur um es festzuhalten: Die Grafik beschäftigt sich nur mit dem US-Markt.
- Die Übersicht berücksichtigt nur Geräte die bis zm Q2 2010 veröffentlicht wurden. Erst danach wurde eine Initiative für schnellere Updates gestartet. Das Problem also erkannt. Die Hersteller haben bei der Bedeutung der Updates und aktuellen Android-Versionen hinzugelernt. Ein Paradebeispiel für eine solche Lernkurve ist Sony Ericsson.
- Es gibt viele einfach verdammt billige Android-Smartphones. Ein iPhone 4S kostet 629,- Euro. Wenn ich ein Smartphone für 200 Euro kaufe, werde ich mich bei manchen Punkten einfach in Verzicht üben müssen. Außerdem macht es nicht bei allen Geräten (insbesondere den günstigen) technisch Sinn zu aktualisieren. Beziehungsweise ist unter Umständen gar nicht möglich. Und Android hatte nunmal eine kleine Aufholjagd zu starten, so dass einige Geräte technisch einfach zurückgeblieben sind.
- Viele Nutzer sind Updates herzlich egal. Das dürfte auf den geneigten Leser hier wohl nicht so sehr zustimmen. Aber ob meine Mutter ihr Samsung Galaxy S nun mit Android 2.1, 2.2 oder 2.3 betreibt ist ihr und kann ihr bei ihrem Nutzungsverhalten auch herzlich egal sein. Wenn ich nicht selber die Updates installieren würde, wäre es immer noch im Auslieferungszustand. Und um ehrlich zu sein, hält sich der wirkliche Funktionszuwachs bei vielen Updates auch in Grenzen. Ich nutze mein Smartphone für E-Mail, Internet, Google Maps, Facebook, Twitter, Musik und selten mal ein Casual Game. Gelegentlich telefoniere ich auch mal oder schreibe eine SMS. Ob ich da nun Android 2.2 Froyo oder 2.3 Gingerbread drauf habe wird mein Leben nicht verändern …
Gut. Mit dieser Argumentation lasse ich den Fanboy ein wenig raushängen. Und der will ich eigentlich gar nicht sein. Es geht schließlich nur um Dinge und Unternehmen. Es gibt auch gute Argumente für schnelle und zahlreiche Updates. An erster Stelle ist hier die Systemsicherheit zu nennen. Sicherheitslücken müssen geschlossen werden und dass dann bitte auch noch schnell.
Mit zahlreich aktualisierten Geräten kommt man außerdem den Entwicklern entgegen. Es steht natürlich im Interesse der Entwickler mit ihrer App möglichst viele Geräte zu unterstützen und so einen möglichst großen Markt zu erreichen. Neue Android-Versionen bringen auch neue Entwicklungsmöglichkeiten. Und diese wahrzunehmen und trotzdem auch alte Versionen zu unterstützen stellt mindestens einen deutlichen Mehraufwand dar.
Klar ist: Hersteller und Google müssen weiter an schnelleren Updates arbeiten. In den letzten 18 Monaten hat sich aber einiges getan und die obige Übersicht ist daher vielleicht für einen Schreck gut, sagt aber herzlich wenig aus. Ganz sicherlich ist jetzt aber die Zeit gekommen, um die Hersteller an ihren Taten zu messen. So werden wir dann auch ein genaues Auge darauf haben, wer ICS-Updates für welche Geräte veröffentlicht. Und natürlich wieviel Zeit man sich hierfür genehmigt.
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