Meinungsmacher: Google bezahlt Netzbetreiber für Suchintegration … und?

by on 28. März 2010

Mit dem spätem Sonntagabend gibt es auf Androider eine neue Kategorie – Meinungsmacher. In dieser Kategorie werden Kommentare zum aktuellem Geschehem rund um Android abgegeben. Den Start macht ein Thema dass in den letzten Tagen vor allem durch die US-Tech-Blogs geisterte: Für welche Integration bezahlt Google die Netzbetreiber?

Die Tage gab es ein klein wenig Aufregung darum, das Google die Netzbetreiber bezahlen würde um Google-Dienste auf den Android-Smartphones zu installieren. Was daran nun Aufregung wert ist, entschließt sich meiner Weisheit. Die Netzbetreiber sehen sich schließlich nicht als Google-Promotion-Teams, sondern wollen ihrerseits Geld verdienen. So ist AT&T in den USA kürzlich unangenehm damit aufgefallen, dass man das neu ins Programm aufgenommen Motorola Backflip gleich ordentlich mit vorinstallierten Apps voll gepackt hat. Außerdem lässt AT&T es nicht zu Apps von außerhalb des Android Market zu installieren.

Nun hat Google allerdings zwischenzeitlich mitgeteilt, dass man für die Integration von Apps nicht bezahlen würde. Bezahlt wird allerdings für die Integration der Google-Suche. Wer sich ein bisschen mit dem Markt beschäftigt wird allerdings wissen, dass dies absolut normal ist. Google zahlt Millionen für die Integration in Firefox oder auf neu ausgelieferten Dell-Rechnern. Auch für die Integration der Google-Suche in Apple´s iPhone und andere Handys und Smartphones bezahlt Google. Meist erfolgt die Bezahlung in Form eines Anteils an den Werbeeinnahmen, die die Suchintegration erwirtschaftet. Microsoft und Yahoo bezahlen ebenso für Suchintegration in Desktop-Rechner und mobile Endgeräte.

Das Google für die Suchintegration bezahlen muss ist für Google natürlich schon ein Ärgernis. Dadurch dürfte Umsatz (viel Umsatz) verloren gehen, ein Umstand den man in diesem Ausmaße nicht vom Geschäft aus dem “Desktop-Internet” gewohnt ist. Ich halte es für möglich, dass hierin auch ein nicht unwichtiger Grund für die Entwicklung des Nexus One zu sehen ist. Google versucht hier wie man oft betont hat, eine andere Art des Verkaufens von Smartphones am Markt zu etablieren. Ein Verkauf bei dem der Netzbetreiber nicht mehr die Macht hat zu bestimmen mit welchen Integrationen ein Smartphone verkauft wird. So könnte man zumindest den Netzbetreiber hier eliminieren und es bleibt nur der Handyhersteller übrig. Den wird Google im Falle des Nexus One wohl auch ausgespart haben.

Die kleine Aufregung und Hysterie war zumindest kein Glanzpunkt für die Android-Berichterstattung von Gizmodo und Co …

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