Wie gestern bekannt wurde, stellt Google den Vetrieb des Nexus One über den eigenen Online-Store ein. Google selber sagt, dass man mit dem Nexus One zwei Ziele hatte. Einerseits sollte es ein Geräte sein, dass für Innovation steht. Das zweite Ziel war es, den Kauf eines Android Smartphones schnell und einfach zu machen. Gründe für das Scheitern sieht man darin, dass dann soch viele Käufer das Gerät vorher im Geschäft selber einmal in die Hand nehmen möchten. Außerdem wird eine größere Bandbreite an Tarifangeboten gewünscht. Google hat ja bereits in Europa andere Pläne für den Verkauf geschmiedet und wird das Nexus One von Vodafone vermarkten und verkaufen lassen. Diesen Weg möchte man nun global weitergehen. Der “Online Store” soll zukünftig genutzt werden um eine größere Bandbreite an Android-Geräten vorzustellen. Ein Verkauf wird dann aber nicht mehr stattfinden.
Zum Zeitpunkt der Ankündigung hat das Nexus One sicherlich Maßstäbe gesetzt. Mittlerweile ist es eher ein Gerät unter vielen die zumindest auf Augenhöhe konkurrieren. Davon abgesehen muss man sicherlich auch sagen, das Google viel zu langsam bei der globalen Einführung des Nexus One war. Erst in einigen Tagen wird es schließlich auch in Deutschland angeboten werden. Zwischenzeitlich sind allerdings bereits mindestens ebenbürtige Geräte erhältlich und weitere Geräte in Sichtweite.
Sieg für Mobilfunkanbieter!?
Besonders freuen über das Scheitern des neuen Vertriebsweges dürften sich die Mobilfunkanbieter. Als kleiner Anbieter auf dem US-Markt hat T-Mobile hier von Anfang an Google zur Seite gestanden. Die anderen Anbieter hingegen haben sich geziert und nachdem klar war, das google es nicht schaffen wird das Nexus One in besonders hohen Stückzahlen online zu verkaufen haben diese dann nach und nach von Plänen einer Beteiligung abstand genommen. So können sie hier weiter schalten und walten wie sie möchten und auch entsprechend beim Verkauf mitverdienen.
Warum ist Google gescheitert?
Oftmals hört man in US-Blogs und Foren Gejammere über den hohen Nexus One-Preis und wie wichtig ein subventionierter Preis ist. Dabei gibt es subventionierte Preise eigentlich gar nicht. Was beim Smartphone-Preis nachgelassen wird, wird auf den Vertragspreis wieder aufgeschlagen. Durch die subventionierten Preise wird es den Kunden deutlich erschwert das Markt zu überblicken und Angebote und Preise zu vergleichen. Aber dieser Umstand gefällt wohl den Anbietern. Positiv hervor getan hat sich O2 hier nun seit einiger Zeit, zum Beispiel mit O2 My Handy. Mit gleichzeitig attraktiven Angeboten konnte man auch zuletzt die Kundenzahl erhöhen und vielleicht entsteht von dieser Seite dann auch Druck auf Vodafone und T-Mobile in diesem Bereich kundenfreundlicher zu werden.
Schwieriger US-Markt
Es gibt aber durchaus Gründe warum Google grade auf dem US-Markt mit seinem Modell Schwierigkeiten bekommen hat. Das liegt insbesondere an den Marktgegebenheiten. Die Netze der Anbieter sind nicht ohne weiteres kompatibel und entsprechend kann man mit einem Smartphone auch nicht das Netz \ den Anbieter wechseln. Außerdem werden treue Kunden oftmals mit Sonderangeboten belohnt und diese waren für das Nexus One nicht verfügbar.
Nexus One gescheitert?
Das Nexus One war innovativ. Hat ein paar neue Akzente gesetzt. Weitere HTC-Modelle sicherlich auch in der Entwicklung unterstützt. Android gut in der Presse inszeniert. Ein totaler Misserfolg ist es sicherlich nicht. Aber die Verkaufszahlen sind sicherlich bis heute enttäuschend. Mit dem Verkaufsstart in Europa dürfte sich hier noch ein wenig tun, aber mit HTC Desire, Xperia X10 und kommenden Geräten ist die Konkurrenz nicht kleiner geworden. Es wird Android insgesamt noch einmal etwas Aufmerksamkeit bringen. Die von manch Analysten erwarteten hohen Verkaufszahlen werden sicherlich nicht erreicht werden.
Fazit
Google ist mit seinem Vorstoß in den USA gescheitert! Vielleicht schafft es aber zumindest der deutsche Markt von selbst sich ein Stück weit zu “entkomplizieren”. Die Kompatibilität der Netze ist hier gegeben. Auch die Vielzahl an Anbietern, die für ein bestimmtes Netz als “Reseller” tätig sind und günstige Tarife ohne Handy anbieten, macht optimistisch, dass auch die großen Anbieter in “einigen Jahren” ihre Tarifstruktur und Preise übersichtlicher gestalten “müssen”.
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