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Nachlese zur Motorola-Übernahme

Google-MotorolaDer erste Wirbel rund um die Motorola-Übernahme durch Google hat sich langsam gelegt. Ein guter Zeitpunkt um sich die Sache noch einmal näher anzuschauen. Insbesondere aus der Perspektive der weiteren Marktteilnehmer.

HTC-CEO will weiter auf Android setzen
Zur Bekanntgabe der Motorola-Übernahme hatte Google von allen Partnern ein Statement eingesammelt. Diese ähnelten sich aber alle sehr stark. Das Ergebnis war dann die Veröffentlichung eines Generators für ein solches Statement. HTC-CEO Peter Chou hat sich gegenüber dem Wall Street Journal noch einmal ausführlicher geäußert:

It’s not the operating system, it’s the ecosystem. We think we can find a way to differentiate to add value, but at the same time leverage our partners, Google and Microsoft, since we have such a great relationship with them.

Er verweist außerdem noch einmal darauf, dass die Motorola-Übernahme etwas positives ist. Durch die erworbenen Patente könne Google Android besser verteidigen. Seine Worte: “This acquisition is more to enhance Google’s patent portfolio, to support us, to protect us, so this is good news.” HTC will sich auf die Themen Software und Innvovationen konzentrieren.

Verkauft Google Motorola und behält nur die Patente?
Wir hatten gleich am Tag der Übernahme vermutet, das Google irgendwann Motorola wieder verkaufen könnten, zum Beispiel über einen Börsengang. Dafür spricht auch, das Google Motorola unabhängig von Google führen wird und in der Bilanz auch separat ausweisen wird. Im Falle eines Börsenganges dürfte es eine Weile dauern, schaut man sich das Geschäft von Motorola in den letzten 12 Monaten an, gibt es da einiges zu verbessern. Ohne die Patent wäre Motorola außerdem relativ wehrlos. Es werden auch verschiedene Käufer ins Spiel gebracht, zum Beispiel Sony Ericsson und Huawei. Ist aber die Frage, wer sich die Übernahme leisten kann. Ein Verkauf wird aber mindestens in den nächsten 12 Monaten wohl nicht aktuell sein. [via Reuters]

Samsung Krisengespräch
Bei Samsung soll man sich nach der Bekanntgabe der Motorola-Übernahme zu einem Krisengespräch zusammen gefunden haben. Man befürchtet wohl im Bereich der Software-Angebote zurückzufallen, insbesondere im Betriebssystem-Bereich. Hier ist Samsung mit Bada vertreten. Das kann zwar auch einige Millionen verkaufte Geräte vorweisen, ist im Vergleich zur großen Konkurrenz durch iOS und Android aber doch relativ unbedeutend. [via Gulli]

Motorola-Aktionär klagt gegen Übernahme
Naja. Das ist in den USA bei Übernahmen kein so seltenes Spiel. Da bekommt jemand den “Hals nicht voll” und meint Google müsse noch mehr bezahlen. Als wenn 63 Prozent über dem letztem Börsenkurs kein angemessener Aufschlag wären. Man kann jetzt natürlich versuchen Motorola deutlich wertvoller zu rechnen und die Pateten wertvoll zu machen oder auf den strategischen Wert von Motorola für Google zu verweisen. Ändert trotzdem nichts am Aufschlag von 63 Prozent gegenüber dem Wert, mit dem Motorola noch vor einigen Tagen von den Börsen bewertet wurde. Außerdem gibt es derzeit auch kein Gegenangebot und es gibt eigentlich auch niemanden der sinnvoll noch mitbieten könnte.

Nokia-Chef Stephen Elop mäkelt
Wie kann es anders sein. Nokia-Chef Stephen Elop hatte zur Motorola-Übernahme nichts positives zu sagen:

If I happened to be someone who was an Android manufacturer or an operator, or anyone with a stake in that environment, I would be picking up my phone and calling certain executives at Google and say, ‘I see signs of danger ahead.’ The very first reaction I had was very clearly the importance of the third ecosystem and the importance of the partnership that we announced on February 11, it is more clear than ever.

Vielleicht war es für Nokia wirklich die richtige Entscheidung auf Windows Phone zu setzen. Vielleicht endet es auch in einer Katastrophe. Ganz so pessimistisch sind wir da aber nicht. Eine wirkliche dritte Kraft würde dem Markt langfristig auch nicht schaden. Aber für die Android-Hersteller ist Windows Phone bisher nicht die Alternative. Bisher verkaufen sich die Geräte schlecht und mittlerweile gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Nokia. Da fehlt eigentlich nur noch eine Nokia-Übernahme durch Microsoft und man hat das gleiche Spiel. Allerdings kein so offenes System.

Kurzes Zitat von Microsoft
Auch von Microsoft gab es eine kurze Stellungnahme. Dina Bass hat einen Kommentar von Andy Lee getwittert:

Microsoft’s Lees says Windows Phone is now the only platform that provides `equal opportunity for all partners’ given Google’s Motorola buy

Gleiche Chance für alle Partner bei Windows Phone? Sicherlich nicht: Nokia liefert Karten für Windows Phone, hat das recht einen App-Marketplace anzubieten, größere Freiheit zur Anpassung des Interface und Zugang zu den weiteren Entwicklungsplänen von Microsoft. Außerdem gab es eine schöne Summe Geld für die Entscheidung für Windows Phone. [via Business Insider]

Über Team

  • http://mobilelab.posterous.com/ bugfrisch

    jedoch kann sich Google gar nicht erlauben exklusivität für Motorola Produkte herzustellen und es würde ausserdem auch nicht zu google passen, etwas “abzuschließen” oder langfristig nur auf einen hersteller zu setzen, im zweifel auch nicht den eigenen

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